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Feuerwehr Reinbek

Krematorium Wien

Status: 3. Platz in EU-weitem Wettbewerb 2019
Lage: Wien (A)
Auslober: Stadt Wien
Projektpartner: Architekt Christian Kronaus

Die Erweiterung des denkmalgeschützten Krematorium Wien von Clemens Holzmeister baut auf der bestehenden Grundstruktur der Anlage auf und sieht eine Weiterführung der durch den Holzmeisterbau etablierten Raum- und Schwellensequenzen vor. Der Vorschlag versucht einerseits eine eigene zeitgemäße Schichtung zu bilden, gleichzeitig aber die bestehenden Bezüge zu verstärken und fortzusetzen: Der einfache Baukörper bildet eine Verlängerung des Bestandsbaukörpers. Der halbrunde Innenhof und der zylindrische Aufbau finden Bezüge in den runden Türmen und den halbrunden Mauerteilen des Schloss Neugebäudes. Die seitlichen halbrunden Sichtfenster finden sich in der Bogen- und Arkadenstruktur der Urnenarkaden wider. Die Kuppel des Verabschiedungsraumes stellt einen Bezug zur ursprünglichen Halle des Holzmeisterbaus her. Der Vorschlag steht zwar im architektonischen Dialog mit dem Bestand, ist aber in seiner Höhenentwicklung diesem untergeordnet.


Von der bestehenden Wartehalle gelangt man an beiden Seiten des Bestandsgebäudes in den Foyerbereich. Der Verbindungsraum ist begleitet von einem Sicht- und Lichtfilter, der kontrollierte Ausblicke zu lässt aber eine der Situation der Verabschiedung entsprechende Intimität gewahrt.Der Foyerbereich ist zu einem halbrunden Atriumhof, der als Distanzraum zur hinteren Bestandsfassade fungiert, orientiert. Dieser Foyerraum stimmt für das Kommende ein: Ein Ort der Vorbereitung und Verinnerlichung. Er ist zwar nach außen zum Atriumhof hin offen, aber trotzdem aufgrund der Geschlossenheit des Hofes introvertiert. Gleichzeitig integriert der verglaste Hof die prägende Nordfassade des Bestands in den Erweiterungsbau. In der Weiterführung des Verbindungsraumes gelangt man in die neue Verabschiedungshalle. Sie bildet den Endpunkt der Raumabfolge des Krematoriumgebäudes. Räumlich wird sie geprägt von der Kuppelgeometrie des oberen Raumabschlusses: Ein von oben belichteter heller, sphärischer Raum als Ort des würdevollen Abschieds. Seitliche halbkreisförmige Sichtfenster geben eine Verbindung zur umgebenden Natur. Die Kreis- und Kuppelgeometrie nimmt einerseits Bezug auf die vorherrschenden Formen des Bestandsensembles. Andererseits wird der Kreis auch als Form des Transzendentalen interpretiert.
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